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Wo, bitte, geht’s zum Nonnenkloster?

21. Mai 2012

 

Der Professor war schon weg, als ich vorher aufgestanden bin und so blieb mir nichts anderes als meinen Morgenkaffee vor dem Computer einzunehmen und mich dabei mit den neuesten Nachrichten zu versorgen. Nur habe ich jetzt das Gefühl, reif fürs Nonnenkloster zu sein – vor allem, wenn es eines ist, in dem es keinen Fernseher gibt. Das würde mir nämlich zum einen Fußball ersparen und zum anderen die Liveberichterstattung aus dem Liebesleben ehemaliger Fußballspieler.

Auf SPON habe ich nämlich vorher entdeckt, dass unser aller hochverehrter Lothar Matthäus und seine derzeitige Lebensabschnittsgefährtin in Kürze auf VOX in einer Doku-Soap ihr sicherlich aufregendes Dasein der Welt präsentieren werden. Dabei schleicht sich bei mir unweigerlich  die Überlegung ein, wie wohl die Rolle der Gefährtin im Vertrag definiert ist. Steht da – damit’s der Loddar auch versteht – so was wie „Kann bei Nichtmehrgefallen oder Fouls jederzeit ausgetauscht werden“? Und gibt es schon eine Ersatzbank, auf der die potenziellen Austauschkandidatinnen Platz genommen haben? Wenn ja, wie wird die besetzt? Fragt man da einfach in einer Modellagentur nach dunkelhaarigen Damen, die nicht oft gecastet werden und daher nicht nur Zeit haben, sondern einen Karriereschub gebrauchen könnten? Und was wird denen angeboten, damit sie mitmachen? Ein Feldbett im Dschungelcamp oder eine Runde Gehopse in „Let’s dance“?

Doch immerhin: Bei den Damen, die sich mit Lothar Matthäus mehr oder minder amüsieren, kann man wenigstens davon ausgehen, dass sie es aus freien Stücken tun. Allerdings glaube ich nicht unbedingt, dass sie es aus Liebe oder um Loddars Attraktivität wegen tun. Davon aber scheint er wiederum fest überzeugt zu sein.

Was das angeht, sind Männer ein Phänomen. Ich habe früher mit Wonne Heiratsanzeigen in der „ZEIT“ und „FAZ“ gelesen – und was mich dabei immer fasziniert hat, war das Anspruchsdenken der männlichen Suchenden. Sie gestanden ein, dass sie um die 50 herum sind, dass der Haaransatz schon etwas zurückweicht, dafür aber der Bauchumfang gewachsen ist, doch das hinderte sie nicht daran, die Lady zu suchen, die sowohl in Jeans wie auch Abendkleid eine gute Figur macht, selbstverständlich – heutzutage kann man sich ja kein Dummchen mehr leisten – selbst Akademikerin ist und möglichst auch noch eigenes Vermögen hat. Die Frage, warum eine gescheite, schöne Frau mit eigenem Geld sich einen dicklichen Typen mit Halbglatze anlachen sollte, haben sich die Herren aber offenkundig nie gestellt.

Von seiner unglaublichen Attraktivität offenkundig auch fest überzeugt ist Dominique Strauß-Kahn. Ihm sollen wir nicht nur glauben, dass ein New Yorker Zimmermädchen von seinem Anblick so überwältigt war, dass sie – freiwillig und ohne, dass er ihr irgendeine Gegenleistung dafür versprochen hat – auf die Knie sank, um nach der Definition von Bill Clinton keinen Sex mit ihm zu haben, sondern neuerdings auch noch, dass ihm bei diversen Sex-Parties nie die Idee gekommen ist, dass es sich bei den daran beteiligten Damen um Prostituierte handelt. Na, wie denn auch? Wahrscheinlich ging er davon aus, dass die Party-Veranstalter den Damen erzählt hatte, dass Dominique Strauß-Kahn dort die Hose runterlassen würde, worauf die, vom unglaublichen Charme des Mannes schon vorab überwältigt, beschlossen haben, sich dortselbst ein paar Hämatome abzuholen. Es ist ja allgemein bekannt, dass alle Frauen insgeheim von einem wirklich starken Mann träumen, der sie „überwältigt“.

Was mich an der Affäre Strauß-Kahn aber immer erschüttert, ist die Tatsache, dass es immer noch Männer gibt, die ihn verteidigen! Als es in SPON darum ging, dass DSK jetzt das Zimmermädchen, das ihn in New York der Vergewaltigung bezichtigt hat, auf Schadensersatz verklagt, wusste jemand im Forum (http://www.spiegel.de/panorama/justiz/dominique-strauss-kahn-reicht-klage-gegen-zimmermaedchen-ein-a-833367.htm): Finde ich absolut richtig. Die Frau ist Illegal in die USA eingereist und treibt sich mit Drogendealern rum die mehrfach verurteilt waren – das ist Fakt. Wie kann es sein das so eine den Präsidenten des IWF stürzen kann? Vollkommen verkehrte Welt. Vor 30-40 Jahren wäre sowas unmöglich gewesen. Es sollte auch heute unmöglich sein. Wenn es schon möglich ist das so ein dahergelaufenes afrikanisches Zimmermädchen solche Macht ausüben kann, dann sollte es auch möglich sein, das dieses auf Schadensersatz verklagt wird. Angesichts der Tatsache das Strauss-Kahn vermutlich jetzt Präsident von Frankreich wäre, finde ich die Summe von 1 Million sogar noch zu niedrig. Man kann den Schaden den diese Frau angerichtet hat gar nicht beziffern.“

Der Kommentator hat offenkundig überhaupt kein Problem damit, dass der verheiratete Herr Strauß-Kahn mal kurz so zwischen Tür und Angel mit einem „dahergelaufenen afrikanischen Zimmermädchen“ Sex hat. Und dass er zugegeben hat, an diversen Sex-Parties teilgenommen zu haben.

Ich glaube, ich will ins Nonnenkloster. Wenn ich solche Männer erlebe, ist mir jedenfalls danach – und dann frage ich mich, ob die vielleicht irgendwann aus dem Mittelalter in die Neuzeit finden und lernen, dass Frauen keine Objekte zur Befriedigung ihrer Begierde, sondern eigenständige und als solche zu respektierende Menschen.

Das neue Mutterglück

17. Mai 2012

Als ich noch klein war, wäre ich gerne ein Junge gewesen. Abgesehen davon, dass ich Kleidchen hasste, Strumpfhosen kratzig fand und es hasste, wenn mich meine Mutter morgens zwischen die Knie klemmte, um mir die immer verknubbelten Locken durchzukämmen (das hat wirklich geziept wie nichts! Ich habe bis heute eine Abneigung gegen lange Haare und Kämme), hatten die Jungs ja auch immer das viel spannendere Spielzeug. Was ist schon eine Puppe gegen einen Kosmos Elektrobaukasten (mein Bruder hat mal einen geschenkt bekommen und nie damit gespielt. Für mich aber war’s Wonne)? Und wer will einen Puppenwagen, wenn er auch ein Tretauto haben könnte? Ich fühle mich bis heute manchmal versucht, mir eine Carrera-Rennbahn zu kaufen, ich habe öfter mit der Eisenbahn gespielt als mein Bruder und wenn’s darum geht, etwas am Auto zu reparieren, habe ich unter Garantie größere Chancen als mein Bruder.

Dennoch bin ich heute froh, eine Frau zu sein. Ich mag Frauen, ich genieße meine engen Freundschaften mit tollen Frauen, ich betrachte mich selbst als durchaus emanzipierte Frau, ich bin davon überzeugt, dass ich in vielen Gebieten das Gleiche (wenn nicht sogar mehr) leisten kann als ein Mann, ich würde mir garantiert nicht von einem Kerl sagen lassen, was ich zu denken und zu tun habe. Ich werde ausgesprochen fuchtig, wenn mir Männer erzählen wollen, dass wir Frauen doch in Sachen Gleichberechtigung schon alles erreicht hätten und es macht mich sauer, dass Frauen in den meisten Jobs immer noch benachteiligt werden, dass Frauen weniger verdienen als Männer und dass wir viel mehr nach Äußerlichkeiten beurteilt werden.

Dennoch kann ich mich in letzter Zeit des öfteren des Gefühls nicht erwehren, dass einige meiner Geschlechtsgenossinnen es mit der „Emanzipation“ – oder wie immer man das nennen will, was die betreiben – übertreiben. Da ist zum Beispiel die Stilldebatte, die bei den Amerikanern aufgekommen ist und jetzt auch lustig bei uns geführt wird. In dem Zusammenhang habe ich eben auf einem Forum gelesen, wie eine Frau den Männern, die sich an der Diskussion beteiligen wollten, kurzerhand den Mund verboten hat. Sie könnten das eh nicht beurteilen, obendrauf gehe es sie nichts an, also sollten sie sich raushalten.

Hmmm. So viel ich weiß – und ja, ich gebe zu, dass mein diesbezügliches Wissen theoretisch ist – braucht es immer noch einen Mann, um ein Kind zu zeugen. Der wird dann Vater desselben – und wenn ich mich unter den Männern in meinem Umfeld angucke, so sehe ich vorwiegend Väter, die diese Rolle sehr ernst nehmen, denen ihre Kinder sehr wichtig sind, die sie lieben und die sich auch dann, wenn die Gören schon lange erwachsen sind und sie zu Großvätern gemacht haben, noch eine Menge Gedanken um sie machen. Und auch wenn mein Vater und ich es manchmal schwer miteinander hatten, bin ich froh, dass es ihn gegeben hat und vermisse ihn sehr. Mir ist erst jetzt bewusst geworden, wie sehr er doch eine der „Konstanten“ in meinem Leben war und wie viel Sicherheit mir selbst in den Zeiten, in denen wir uns über nichts einigen konnten, gegeben hat. Solange er lebte – und ja, das galt sogar noch für die Zeit, in der er im Altersheim war und meine Hilfe brauchte – wusste ich immer, dass ich, selbst wenn alle Stricke reißen, jemanden habe, der immer und unter allen Umständen zu mir halten wird.

Ja, ich kenne Menschen, die ohne Vater aufgewachsen sind. Mir ist bewusst, dass tausende von Frauen, die ihre Männer im Krieg verloren hatten, die Aufzucht ihrer Kinder alleine gestemmt haben, ich erlebe jetzt, wie junge Frauen, deren Partnerschaft in die Brüche gegangen ist, es alleine schaffen. Doch ich habe noch nie jemanden getroffen, der nicht an seinem Vater interessiert gewesen wäre. Selbst der Freund, der mit seinem Vater so über Kreuz war, dass er ein Jahrzehnt lang keinen Kontakt zu ihm hatte, gibt heute zu, dass der, den er viele Jahre lang nur „meinen Erzeuger“ genannt hat, einer der wichtigsten Menschen in seinem Leben ist und dass es ihm – obgleich er, als es endlich zur Aussöhnung mit dem Vater kam, absolut selbständig, selbst Vater und schon Anfang 50 war – besser geht, seit er sich mit dem alten Herrn ins Benimm gesetzt hat.

Darum stößt es mir sauer auf, wenn nun in der Stilldebatte die Männer zum Stillschweigen verdonnert werden sollen. Sie sind die Väter – und haben die nicht ein Recht, über ihre Kinder mit zu entscheiden? Sollten sie nicht gehört werden? Zudem ist es doch so, dass zumindest einige der Damen, die auf der einen Seite das Recht einfordern, über „Frauenfragen“ wie das Stillen ganz alleine entscheiden zu dürfen, auf der anderen Seite von ihren Kindsvätern erwarten, dass die finanziell für ihre Kinder einstehen.

Spätestens da wird für mich der neue Trend zur „Vollmütterlichkeit“ (wir erinnern uns: Die Frage, unter der „Times“ das Bild vom Dreijährigen an Mutters Brust gezeigt hat, hieß: „Are you mom enough?“) fragwürdig. Ich will die Leistungen von Müttern keineswegs herabsetzen und ich bin selbst die Tochter einer Mutter, die sich sehr bewusst für Mutterschaft entschieden hat und in meinen frühen Jahren immer für mich da war. Ich respektiere und bewundere jene Freundin, die es geschafft hat, ihr zweites juristisches Staatsexamen zu bestehen, obwohl sie zur gleichen Zeit schon ihr erstes, durchaus schwieriges Kind hatte und die danach keine „Karriere“ anstrebte, sondern zuhause blieb, um ihre Kinder aufzuziehen.

Aber ich sehe heute auch, wie zum Beispiel die Engländerinnen es schaffen, Kind und Karriere zu vereinbaren und wie zum Beispiel eine meiner Stieftöchter ihren drei Kindern sicher eine sehr gute, liebevolle Mutter war, aber dennoch „nebenher“ Karriere gemacht hat. Natürlich haben die Engländerinnen dabei den Vorteil, dass sie in einem Land leben, in dem es zum Beispiel für große Unternehmen fast selbstverständlich ist, einen Kindergarten zu haben, der schon die Kleinsten aufnimmt; dass in England schon die Sechsjährigen zuverlässig fünf Tage in der Woche von morgens um 8:00 h bis nachmittags um 17:00 h in der Schule sind und Muttern nicht versuchen muss, ihren Job mit einem wöchentlich wechselnden Stundenplan zu koordinieren.

Und wenn ich dann die mir bekannten englischen Kinder mit den deutschen vergleiche … so sorry, ihr lieben deutschen Landsleute und speziell ihr deutschen Vollzeitmütter, die ihr vom Babyschwimmen bis zur Krabbelgruppe aus der Aufzucht eurer Kinder einen stressigen Vollzeit-Job macht: Ich kann mich des Gefühls nicht erwehren, dass die armen, kleinen Engländer, die schon ganz früh in die Krippe kommen und dann in die Ganztagesschule, die keine Chance haben, Muttern als Taxifahrerin für die Ballett-, Reit-, Flöten-, Artistik-Training- und sonstige Stunde einsetzen zu können, deutlich besser sozialisiert und sozialverträglicher sind als manche von den deutschen Prinzen und Prinzessinnen mit ihrem „Ich bin der Mittelpunkt der Welt“-Anspruch.

Ich habe ein ungutes Gefühl bei der Vorstellung, dass Kinder drei Jahre an Mutters Brust hängen. Ich habe ein noch unguteres Gefühl dabei, wenn Mütter dann dafür, dass sie zuhause bleiben und ihre Kinder nicht in den Kindergarten schicken, auch noch eine „Herdprämie“ bekommen sollen. Es bereitet mir profundes Unbehagen, wenn Frauen die Männer aus der Debatte ausschließen sollen und ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass einige Frauen es hier mit dem Recht zur „Selbstbestimmung“ übertreiben.

Ich werde nicht bestreiten, dass ein kleines Kind die Mutter (oder eine andere ihm liebevoll zugewandte Bezugsperson) braucht. Aber auf lange Sicht braucht es ebenso den Vater – und den nicht nur als Finanzier einer engen Mutterbeziehung. Und auf lange Sicht braucht es andere Kinder und die Lösung von der Mutter – und nach meiner Erfahrung schadet es dann weder dem Kind noch der Mutter, wenn sie außer dem Gör noch was im Kopf hat, wenn sie im Kind nicht ihre einzige Möglichkeit zur „Erfüllung“ sieht und wenn sie wieder in den Job geht. Sonst kommt nämlich am Ende eine der Frauen raus, die mir (als kinderlose) Frau unglaublich auf den Senkel gehen: Die, die meinen, dass Mutterschaft die große und einzig wahre Bestimmung der Frau ist und dass sie damit, drei oder vier Kinder geboren zu haben, schon eine ganz großartige Lebensleistung vollbracht hat. Ne, tut mir leid – das kann’s nicht gewesen sein. Und wer Männer dazu degradieren will, das Geld abzuliefern, um das Mutterglück zu finanzieren, sich aber ansonsten rauszuhalten, muss sich nicht wundern, dass es immer mehr Männer gibt, die dazu keine Lust haben.

Reisen bildet …

15. Mai 2012

Reisen bildet – bei mir vor allem dadurch, dass ich bei der Pendelei zwischen Deutschland und England ja immer Wartezeiten dadurch überbrücke, dass ich zum Beispiel die Online-Ausgabe des „Stern“ lese. Da erfahre ich dann zum Beispiel, dass Sex ohne Hingabe „bloß Gymnastik“ ist. Die Frage ist dann nur, wie man „Hingabe“ definiert. Ich kannte mal einen Menschen, der Vorsteher einer evangelikalen Gemeinde war, die so konservativ war, dass schwäbischer Pietismus dagegen wie lockerer Hedonismus wirkte. Derselbe Mensch erklärte mir dann aber mal, dass „Unterwerfung“ – und ja, der Herr dachte da wirklich an Sado-Maso-Spielchen – die höchste Form der „Hingabe“ sei. Ich glaube, wenn ich die Wahl hätte, wäre mir da Sex-Gymnastik lieber.

Probleme mit der Sex-Gymnastik hat aber offenkundig auch Herr Travolta. Sein „angebliches Sex-Opfer“ verlangt jetzt 250.000 Dollar für sein „sofortiges Schweigen“. Die Nummer ist nicht schlecht: Erst erzählt man seine Geschichte, dann verlangt man eine Viertelmillion dafür, dass man … äh, was eigentlich? Nicht noch mehr erzählt? Die Geschichte nicht wiederholt? Muss man ja gar nicht – das macht ja schon die Presse. Aber wenn Herr Travolta wirklich so doof (oder notgeil?) sein sollte, dass er regelmäßig jeden Masseur anbaggert, der ihm an den Bauchspeck soll, hat er es nicht besser verdient. Zudem sind 250.000 Dollar beim Masseur wahrscheinlich besser angelegt als bei $cientology.

Sehr spannend finde ich es aber auch, dass in Amerika ein neues „Enthüllungsbuch“ direkt aus dem Weißen Haus auf den Markt gekommen ist. Die Geheimnisse der Weltmacht – wer wollte die nicht wissen? Und Stern online gibt uns schon mal einen Vorgeschmack: „Michelle Obama hält Ophrah Winfrey angeblich für zu fett“. Da will man doch mehr drüber wissen, oder? Und der Stern liefert: „Die Beziehung von Oprah Winfrey zu Barack Obama scheint derweil auch weiterhin intakt zu sein. Quellen, die von Klein in dem Buch genannt werden, wollen wissen, dass Michelle Obama eine sehr eifersüchtige Frau ist und auch deshalb versuche, Oprah von ihrem Mann fernzuhalten.“ Mei, mei, hoffentlich kommt es nie zu Spannungen zwischen Michelle Obama und unserer Angela! Nicht, dass wir eines Tages noch eine internationale Krise haben, weil Michelle auf Angela eifersüchtig ist!

Am Ende stellt dann noch Coca-Cola seine Lieferungen ein – und wir können den Test, ob das Zeug einen umbringt, nicht machen. In Amerika hat nämlich jetzt ein Herr – das habe ich jedenfalls gestern irgendwo gelesen – gegen Coca-Cola geklagt, weil seine dahin geschiedene Lebensgefährtin sich damit vergiftet habe. Sie soll jeden Tag um die acht Liter Cola in sich reingeschüttet haben.

Ebenfalls aus Amerika kam aber die Woche auch eine Debatte übers Stillen, die von deutschen Blättern begeistert aufgenommen wurde. Drei Jahre Stillen – das passt doch wunderbar zur Herdprämie! Am besten halten wir Frauen dann noch vom Studium ab. Am Herd braucht man keine akademische Ausbildung und wenn die Mädels künftig alle wieder daheim bleiben und sich um ihre Kinder kümmern, gibt’s Platz an der Uni.

Mein Flieger ist da – und wenn ich Glück habe, gibt’s an Bord die neue „Bunte“. Darauf freue ich mich schon!

Was die Leute so alles suchen …

11. Mai 2012

Ich finde es immer wieder spannend, die Suchterms zu meinem Blog anzuschauen. Doch teilweise kann man sich nur wundern.

 

Hier kommt die Liste:

 

Moppelmaxe

Ja, hier, bei der Arbeit

 

Moppelmaxe bei Facebook

Bin ich nicht. Bitte weitersuchen.

 

Weihnachten in england

Ja, dazu habe ich was zu bieten.

 

weihnachten in england traditionen

Cracker und Christmas Cards – sonst noch Fragen? Wenn ja, bitte den entsprechenden Blog-Eintrag lesen.

 

schwäbische fleischküchle

Mag ich ausgesprochen gern, darum gibt’s hier im Blog auch ein Rezept dafür.

 

marzipan rührkuchen

Fällt unter „Lieblingsrezepte“ und ist darum hier auch vertreten.

 

tierlich und tödlich

So heißt hoffentlich die Krimiserie von Claudia und mir, die bald veröffentlicht wird.

 

cracker england

Ritz oder Tuc – ich bevorzuge Tuc.

 

Weihnachten in england wikipedia

Warum man mit den Suchbegriffen zu mir kommt, weiß ich auch nicht.

 

moppelmax wordpress

Hier sind Sie richtig.

 

hähnchen in erdnuss-sahne-sauce

Noch ein Lieblingsrezept, daher auch hier zu haben.

 

england läuten melodie

Ne, gerade nicht Melodie! Englisches Wechselläuten ergibt keine Melodie, ist aber dennoch sehr interessant. Und ja, ich habe mal drüber geschrieben.

 

moppel max

Auch in der Schreibart: Hier.

 

victoria beckham oregano

Da ist nix dran. Da hilft auch Würzen nichts.

 

rezept minze pie mit hack

Findet man vielleicht unter „recipe mint pie with mincemeat“ – aber sicher nicht bei mir. Ich mag keine Minze.

 

wg berufstätig nicht mehr alleine wohnen

Wieso man damit bei mir landet, gehört zu den Google-Wundern, die ich nie verstehen werde.

 

wordpress rezeptverzeichnis

Na, so weit, den Anspruch zu erheben, das allgemein- und letztgültige WordPress Rezeptverzeichnis zu erstellen, gehe ich bestimmt nicht.

 

weihnachten in england bilder

Da gibt es sicher einige Quellen, die noch mehr zu bieten haben als ich.

 

risolier

Kam hier mal vor, war aber nichts, was mich begeistern würde.

 

moppelmax.wordpress.com

Ja, auch ich.

 

schwäbischer kartoffelsalat rezept

Gibt’s hier.

 

schwäbischer wurstsalat

mit Schwarzwurst, Käse, Fleischwurst und Paprika – superlecker!

 

moppelmax blog

Jep.

 

bujard väter arbeitszeit

Der Professor behauptet ja, dass ich von Hölzchen nach Stöckchen quasseln würde, aber das ich mich darüber je ausgelassen hätte – ne, eher nicht.

 

englische weihnachten

Ich wusste gar nicht, dass es so viele Leute gibt, die sich für das Thema interessieren.

 

te deum in c-dur von prinzgemahl albert von england

Ich halte eine Menge von Victorias Albert und ja, mir war bekannt, dass der Herr ausgesprochen musikalisch war. Aber dass er ein Te Deum in C-Dur verbrochen hat, wusste ich bisher noch nicht. Daher findet man dazu auch nichts in meinem Blog.

 

hängehosen für jungs

Grauslich. Mir tun die Mädels leid, die sich das angucken müssen. Da hatte meine Generation es besser: Bei uns trugen die Jungs damals noch knackeng.

 

Knackhintern

Vielleicht sollte ich in meinem Blog mal eine Liste der besten Knackhintern in meinem Umfeld posten. Oder die Wahl zum „Knackhintern des Jahres“ ausrufen. Auf jeden Fall ist das ein Thema, für das ich Expertin bin – sagt mein Mann (der übrigens, „despite of his age“, wie eine seiner Studentinnen neulich feststelle, immer noch einen ausgesprochen niedlichen Knackhintern hat).

 

Hofpfisterei meinung

<seufz> Also, dass die Brot backen können, hat wahrscheinlich noch keiner bestritten. Aber die Preise sind sehr gesalzen. Ich denke, es gibt genug kleinere Bäcker, die auch backen können und nicht ganz so übel hinlangen (zu erwähnen wäre da im Stuttgarter Norden der Bäcker Siegel – immerhin Weltmeister im Brotbacken – und der Tröltsch in Korntal-Münchingen).

 

shepherd’s pie

Ja, gibt’s bei uns öfter, darum gibt’s hier auch das Rezept.

 

weihnachtsgeschenke in england

Gibt’s am 25. – noch Fragen?

 

weihnachten in england truthahn

Ersparen wir uns lieber zu Gunsten einer Gans. Truthahn neigt dazu, sehr trocken zu werden.

 

funny video gulash

Ne, damit kann ich bestimmt nicht dienen. Im Zusammenhang mit „funny gulash“ fällt mir nämlich Circus ein. Wenn die Pferde in der Freiheitsdressur durcheinander geraten, nennt man das im Circusjargon „Gulasch“. Und das ist manchmal funny.

lieblingsrezepte weihnachten

Das machen wir dieses Jahr.

 

moppel queen

Nein, meine Rangerhöhung steht noch aus. Zur Moppel Queen werde ich wahrscheinlich, wenn dieses Blog mal 100 Leser am Tag hat. 😉

 

bilder zu weihnachten in england

Hatten wir schon mal.

 

weihnachtskarten schreiben

Ist ein englisches Hobby, dem ich mich nur bedingt hingebe.

 

shepherd’s pie original rezept

Um das zu kriegen, müsste man vermutlich den Hirten fragen, der’s erfunden hat. Dummerweise hat der sich bisher noch nicht bei mir gemeldet.

 

moppel gulasch

Also bitte! Moppels sind für Gulasch viel zu fett. Würde echt nicht schmecken!

 

vollweiben deutschland

Hüpfen in Form von Christine Neubauer und Veronika Ferres über den Bildschirm und wogen mit den Brüsten. Sie sind ein Grund dafür, warum ich die BBC gegenüber jedem deutschen Sender bevorzuge.

 

shepherds pie hackfleisch

Ja, mit was denn sonst? Ich bin das Moppelmax und nicht der Wolfram Siebeck, der, wenn er sich je zu etwas so profanem wie Shepherd’s Pie herunterlassen würde, vermutlich Rinderfilet mit seinem japanischen Spezialmesser handschnetzeln würde.

 

Shepherds pie mit karotte und minze

Mit Minze wär’s kein Shepherd’s pie mehr, sondern ein Mint pie.

 

erdnussfamilie

Erdnüsse haben Familie? Ein gruseliger Gedanke, denn wie denkt die Familie wohl darüber, wenn einzelne Erdnüsse zu Mus verarbeitet werden?

 

konzert cracker

Wer im Konzert Cracker isst, sollte mit Heino nicht unter zwei Stunden live bestraft werden.

 

violetter reis

schmeckt übrigens auch nicht viel anders als weißer.

 

original rezept english shepherds pie mit erbsen und möhren

Ne, geht nicht. Das Original-Rezept sieht weder Erbsen noch Möhren vor.

 

speckröllchen jimdo site

Wie bitte?

 

aga herd gebraucht

Mein AGA-liebender Mann behauptet, das gäbe es nicht. Niemand würde seinen Aga verkaufen.

 

ratschläge sind auch schläge übergewicht

ja, darüber habe ich mich mal ausgelassen.

 

Christine Neubauer

Kleiner Hinweis für eventuelle Fans: Besser nicht mein Blog lesen!

 

sekretärin kurzes röckchen

So sorry, aber ich achte bei Sekretärinnen auf andere Qualifikationen – wie zum Beispiel die Fähigkeit, Texte schnell und fehlerfrei abzuschreiben. Wer das beherrscht, darf bei mir kurze oder lange Röckchen tragen oder Hosen oder Shorts oder Bermudas oder einen Bademantel. Ist mir echt wurst.

 

alle deutschen bekannten vollweiben

Mir wird schon bei dem Gedanken, dass die gesammelt auftreten, ganz anders.

 

sauerteigbrot mit schinken

Wer’s mag …

 

Rotkohl rezept von frau herzog frau von bundespräsident

Da kommen Erinnerungen an eine Kochsendung hoch, in der Frau Christine Herzog – Gott hab‘ sie selig – als gelernte Haushälterin mit unnachahmlicher Arroganz den Koch ihres Mannes zum Depp degradierte und gelernten Köchen übers Maul fuhr (wenn ich mich richtig erinnere, war Patrick Lindner einer der Kandidaten, die da was von ihr abbekamen). Dessen eingedenk, würde ich mein Rotkohl Rezept eher woanders suchen.

 

Schwäbischer Festtagsbraten

ist ein gemischter mit Spätzle – jedenfalls in meiner Familie. Und dazu gibt’s hier ein Rezept.

 

scones mit hefe

Gab’s in der Familie meines Professors. Rezept im Blog.

 

dionne warwick krankheit überstanden

Gut für sie, aber ich weiß nichts davon.

 

beruhigungsmittel aus früchten restyou

Ah ja? Davon habe ich keine Ahnung.

 

england patriotismus

Eine nicht zu kleine Dosis davon gibt’s in den Büchern des Professors. Ich kann mich da zurückhalten.

 

plakat gekläffte stoppen

Wenn ich wüsste, was das ist …

 

unfähige großcousine

Kann ich mich nicht darüber beklagen. Ich habe nur Cousinen und die sind mächtig fähig.

 

warum haben die engländer zu weihnachten immer chrismis crackwer?

Keine Ahnung. Mir ist noch nie ein chrismis crackwer begegnet.

 

Wer landet mit seiner schwippschwägerin im bett

Bestimmt niemand in meinem Blog.

 

schreibtisch perdita

Jepp, unter meinem Schreibtisch liegt öfter eine Perdita.

 

klaus thunemann zunge

Mächtig schnell! Der Mann ist immerhin einer der besten Fagottisten auf der Welt.

 

beckhamoregano

Ne, den möchte ich nicht mal mit Zucker auf dem Silbertablett.

 

mädels stemmen kerlchen

Ich stemme allerlei, aber mit Kerlchen gebe ich mich nicht ab. Ich bevorzuge richtige Kerle.

 

 

Ich bin gespannt, was in den nächsten vier Wochen so alles aufkommt!

Wie Moppelmaxe plant, reich und berühmt zu werden oder: Wir basteln uns einen Bestseller

6. Mai 2012

Eine leicht esoterisch angehauchte Freundin hat mir die Tage gesagt, dass 2012 das „Jahr der Entscheidungen“ sei. Ob sie das aus den Sternen oder Karten oder dem Kaffeesatz gelesen hat, weiß ich nicht, aber ich habe beschlossen, dass 2012 das Jahr meiner Entscheidung ist – und ich habe entschieden, reich und berühmt zu werden.

 

Nun ist es ja leider so, dass ich nicht singen kann. Ich weiß, ich weiß: Das hält viele Leute nicht davon ab, dennoch eine Karriere als Gesangsstar anzustreben und sich bei Sendungen wie „Deutschland sucht den Superstar“ zum Affen zu machen. Aber dafür bin ich zu alt. Als Supermodel bei Heidi Klum kann ich auch nicht reüssieren und einer Karriere in Hollywood stehen nicht nur meine absolute Talentfreiheit im Weg (obwohl … Hugh Grant ist auch talentfrei und hat’s trotzdem geschafft), sondern auch meine Abneigung gegen Scheinwerferlicht. Fernsehköchin kann ich auch nicht werden – oder kennen Sie eine, die bei ihrer Kochsendung in einem gemütlichen Sessel sitzt und dabei in aller Gemütsruhe Gemüse schnippelt (wenn ich es nicht in aller Ruhe mache, schneide ich mir bestimmt in die Finger)? Bliebe noch Gesundheitsguru. Aber dann müsste ich, um originell zu sein, bestimmt öffentlich irgendwelche Dinge essen, die ich nicht so toll finde (oder glauben Sie, ich könnte die Welt davon überzeugen, dass Nougat und Marzipankuchen schön und gesund machen?).

 

Es bleibt mir also nur, mich in dem Feld auszutoben, in dem ich wenigstens ein gewisses Talent habe. Ich muss einen Bestseller schreiben.

 

Dazu habe ich natürlich erst mal die Bestseller Listen analysiert und festgestellt, dass es offenkundig drei Möglichkeiten gibt:

 

1. Tabubruch à la Charlotte Roche. Nachdem sie aber die „Feuchtgebiete“ und die „Schoßgebete“ schon erledigt hat, müsste ich vermutlich 240 Seiten über die Freuden einer geregelten Verdauung von mir geben. Oder – nachdem die Vagina-Monologe schon sehr gut gelaufen sind – die Bekenntnisse einer linken Brust (ja, ich war geneigt, an dieser Stelle ein anderes Wort zu verwenden, aber ich möchte den Suchmaschinen kein Futter geben)? Aber dafür wäre Pamela Anderson vielleicht besser qualifiziert als ich. Und ein Tabubruch wäre das auch nicht.
Hmmm … sollte ich es vielleicht mit dem absoluten Schocker versuchen? „Bekenntnisse einer Asexuellen“? Wäre zwar gelogen, aber wen stört das? Ich könnte auf 140 Seiten behaupten, dass Sex sowieso überschätzt wird, dass männliche Geschlechtsorgane Nacktmullen ähneln (das würde zumindest einige Männer schocken) und dass man ohne Sex besser lebt.
Aber wenn ich so drüber nachdenke, habe ich eigentlich nicht so wirklich Lust auf Lustlosigkeit. Kommen wir also zur zweiten Option:

 

 

2. Vampire. Wenn man die Bestseller-Listen anguckt, könnte man fast meinen, jeder sollte einen haben. Oder zumindest über einen schreiben. Er muss natürlich irre schön sein, der Vampir. Und edelmütig darunter leiden, dass er ein Vampir ist. Oder könnte ich einen fabrizieren, der so richtig Spaß daran hat?
Nein, ich hab’s: Ich produziere „Isadora, die Herrin der Vampire“. Isadora ist die Obervampirin – schneewittchenschön, zum Fliegen fähig und mit dem edelsten aller Särge in einer schicken Gruft ausgestattet. Ihr Problem ist nur, dass sie sich in einen Sterblichen verliebt und dass sie dann über sieben Bände rumkaspert, bis ihr endlich die naheliegende Lösung kommt: Beißen und gut ist’s. Dazwischen muss Isadora, die natürlich sämtliche Kampftechniken, die je ersonnen wurden, bestens beherrscht, noch diverse Kämpfe mit bösen Worgs, die die Menschheit vernichten wollen, bestehen und sich gegen die Intrigen eines Mitvampirs, der ihr an die Wäsche und an den Thron will, wehren. Und in der Verfilmung wird der Mitvampir von Alan Rickman gespielt und der Sterbliche von Robert Pattinson – damit ist sicher, dass Tausende von Frauen mindestens dreimal ins Kino rennen.
Blöd ist nur, dass ich Fantasy immer ziemlich langweilig fand. Ich habe nie verstanden, warum ich mich für die Probleme irgendwelcher Hobbits interessieren sollte und habe den „Herrn der Ringe“ dereinst im Überflug gelesen und die Filme mit dem Finger auf der Schnell-Vorlauf-Taste gesehen. Immer, wenn die Hobbits und ihre Gefährten auf ihrer Wanderung mal wieder von irgendwelchen Fieslingen angegriffen wurden, habe ich vorgespult – ich wusste ja, dass die bis zum Ende gebraucht werden, ergo bei den diversen Kämpfen nicht wirklich was abkriegen können.
Bleibt also die dritte Option: Was historisches.

 

3. Geschichte – und wie! Das Rezept für einen erfolgreichen historischen Roman ist einfach: Man sucht sich erst einmal einen ausgefallenen Beruf, der garantiert nicht von Frauen ausgeübt wurde. Nachdem Salzsiederin, Päpstin und Zuckerbäckerin schon durch sind, könnte ich zum Beispiel eine Falknerin kreiern. Oder wie wär’s mit einer Schmiedin (die weiß dann, wo der Hammer hängt)? Auf die Zunftordnung, die damals Frauen in solchen Berufen verboten hat, ist gepfiffen. Seit wann lässt man sich denn bei einem historischen Roman von historischen Fakten ausbremsen?

Wenn ich so drüber nachdenke: Ich könnte eine Kreuzritterin schreiben – mit schimmernder Rüstung (wetten, dass ein Kettenhemd auch eine D-Brust flachquetscht? Also hätte ich kein Problem damit, meiner Heldin eine Topfigur anzudichten, ohne dass sie darin in ihrer Hosenrolle behindert wird) und unglaublich intelligentem Pferd. Die Dame, die selbstverständlich aus kleinen Verhältnissen stammt, hat schon als Kind immer glänzende Augen bekommen, wenn die Templer auf ihren Pferden mit wehenden Mänteln am Acker, auf dem sie Kartoffeln aufsammeln musste (was? Kartoffeln gab’s im Mittelalter noch gar nicht? Okay, okay, dann zupft sie halt Unkraut zwischen Getreide), vorbei geklappert sind. Darum hat sie dann 14jährig beschlossen, sich die Haare abzuschneiden, die sprießenden Brüste flach zu wickeln und sich als Knappe bei einem von ihr angeschwärmten Ritter zu melden.
Natürlich ist unsere Heldin superbegabt mit Schwert und Pferd und so steigt sie innerhalb von kürzester Zeit zur Ritterin auf – und durchleidet auf dem Weg seelische Qualen, weil sie in ihren Ritter verknallt ist. Der wiederum schwitzt auch fast die Rüstung rostig, weil er in seinen Knappen verknallt ist (seine allfällige Verwirrung kann man ja bei Shakespeare abschreiben – der Orsino in „Was Ihr wollt“ fühlt sich ja auch reichlich davon irritiert, dass er erst in Olivia verknallt ist, dann aber seinen Pagen, in dem die verkleidete Viola steckt, sehr schnuckelig findet).
Auf dem Weg ins Heilige Land – echte Kreuzritter müssen natürlich kreuzzugen – offenbart sich unsere Heldin ihrem Helden. Das erlaubt mir, eine heiße Liebesszene (der Professor, den ich nebenbei über meinen Plot informiere, grinst mich gerade über den Schreibtisch an und meint, der leidenschaftlich-heißen Liebesnacht stehe in dem Fall aber entgegen, dass es damals noch keine elektrisch betriebenen Dosenöffner gegeben habe. Ergo hätte es bei Ritters immer leidenschaftstötend lang gebraucht, bis sie aus der schimmernden Wehr heraus gekrabbelt seien. Aber das sind wieder historische Fakten, denen ich keineswegs erlauben werde, meiner Geschichte im Weg zu stehen) zu schreiben – vielleicht im Anschluss an eine Schlacht, aus der der Herr Ritter die Heldin rettet, in dem er sie auf sein Pferd zieht? Und dann galoppieren sie in den Sonnenaufgang und dabei tun sie’s und es ist natürlich unglaublich gut.
Anschließend wird das Paar aber durch irgendwelche widrigen Umstände, die ich mir noch ausdenken muss, getrennt. Die schwangere Heldin (merke: Im Roman klappt’s immer gleich beim ersten Mal) verbringt dann die nächsten 300 Seiten damit, vergeblich ihren Liebsten zu suchen und ihr Kind zu kriegen (selbstverständlich eine Tochter – die Zielgruppe sind ja Frauen). Am Ende des Buches gerät sie, nun wieder – Tarnung ist alles – in Frauenkleidung unterwegs bei einem Sultan in Gefangenschaft. Der ist unglaublich gutaussehend, gütig, kultiviert und in die Heldin verliebt. Doch sie kann ihren Ritter nicht vergessen und so endet der erste Band damit, dass sie ihr Blag unter den Arm klemmt, dem Harem entkommt und wieder auf die Suche nach ihrem Liebsten geht.
Im zweiten Band – der bekommt einen so schönen Titel wie „Der Irrweg der Kreuzritterin“ – sitzt unsere Heldin der Fehlinformation auf, dass ihr Liebster dahin gemetzelt wurde. Außerdem wird sie von den Häschern des Sultans wieder eingefangen und in den Harem zurück gebracht, wo sie dann seinem Werben nachgibt und seine Geliebte wird. Sie bekommt noch ein Kind – den Lieblingssohn und künftigen Erben des Sultans. Doch dann kommt der Sultan irgendwie um, unsere Heldin wird Regentin (pfeif darauf, dass das im Orient damals bestimmt nicht möglich gewesen wäre. Leser, die an eine Päpstin glauben, kaufen mir auch eine Sultanin ab) – und als solche steht sie auf dem Schlachtfeld den Kreuzrittern gegenüber und muss feststellen, dass ihr Ritter, nachdem er in einer Schlacht eine auf den Deckel gekriegt und den totalen Gedächtnisverlust erlitten hat, inzwischen zum Großmeister der Ritter und zu ihrem erbittertsten Feind geworden ist. Damit endet der zweite Band.
Der dritte heißt dann „Die Kreuzritterin – der lange Ritt zurück“ (oder so) und darin ömelt unsere Sultan auf der Suche nach einer Möglichkeit, dem Großmeister sein Gedächtnis zurück zu geben (damit er endlich Alimente für das Blag zahlt … oder so), 400 Seiten lang durch die Gegend. Am Ende kehrt sie in ihre alte Heimat zurück und da endet der dritte Band.
Im vierten hat sie eine Burg in der alten Heimat gebaut, wird von einem Minnesänger angebetet und vom fiesen Abt des Nachbarklosters verfolgt – der will nämlich das Blag vom Großmeister, inzwischen 14 Jahre alt und schön wie nichts (kann ja bei den Eltern nicht anders sein), flach legen. Am Ende galoppiert der Großmeister zur Rettung seiner bedrohten Familie heran, obwohl er gar nicht weiß, dass es seine Familie ist. Er kriegt noch mal eine auf den Deckel, worauf er sich – in einer herzzerreißenden, tränentreibenden Szene – sterbend an die einzig Geliebte erinnert.
Damit sind wir dann im fünften Band: „Die Rache der Kreuzritterin“. Madame macht den bösen Abt alle, verlässt ihre Burg, reitet mit dem Blag wieder ins Heilige Land, besucht Sultan-Söhnchen und vollendet ihr Lebenswerk, in dem sie mal kurz die Ritter und die Araber aussöhnt (was, wie, die Geschichte gibt das nicht her? Waren wir uns nicht darüber einig, dass wir geschichtliche Fakten ignorieren?). Dabei geht sie leider, leider drauf. Macht aber für den Fortgang der Serie nicht viel, denn
nun ist der sechste Band dran: „Die Tochter der Kreuzritterin“. Was die erlebt, weiß ich noch nicht, aber eines ist schon mal klar: Bis der Band zu schreiben ist, bin ich reich und berühmt, muss nur noch einmal im Jahr 400 Seiten basteln und habe bis zum Lebensende (der letzte Band: „Der Urenkel der Kreuzritterin“ bleibt dann unvollendet) ausgesorgt.

Klasse, oder?

Die Lieblingsrezepte der funny family: Rindsrouladen

2. Mai 2012

Molekularköche aller Länder: Beißt mich, schlagt mich, kratzt mich, gebt mir Tiernamen, aber bitte akzeptiert, dass ich kein Fenchelschäumchen an Mousse aus Himalaya-Karnickel mit schockgefrorener, lilablaßblauer Reisessenz essen will. Ich stehe auf Hausmannskost – und war schon immer der Meinung, dass ein richtig guter Koch auch das können sollte. Und bitt’schön, wenn Ihr (ja, ich gucke Sie an, Herr Schuhbeck!) dann schon deutsche Hausmannskost fabriziert: Zitronengras, Ingwer und Kokosmilch sind klasse, haben aber für mich beim deutschen Schweinebraten nichts verloren. Und in die Rindsrouladen gehören sie auch nicht!

Und damit wäre ich beim Thema (ich hatte mal einen Chefredakteur, der behauptete, ich könnte keine Einleitungen schreiben. Pfff!): Rindsrouladen. Die gab’s nämlich heute bei uns (und die Reste gibt’s dann, wenn ich mal wieder keine Zeit zum Kochen habe. Die sind jetzt nämlich im Gefrierschrank).

Also, das wichtigste bei Rindsrouladen ist mal wieder das Fleisch. Wer es vermeiden will, gerollte Schuhsohle mit Gürkchen-Einlage zu fabrizieren, sollte daher beim Metzger seines Vertrauens möglichst Biorind kaufen. Und wenn das liebe Tierchen so wie das, von dem unsere Rouladen heute stammten, dann noch aus einer alten Rasse wie zum Beispiel den Hohenloher Fleischrindern oder Charolais (warum fällt mir jetzt jene wackere schwäbische Bäuerin ein, die gar nicht fassen konnte, dass der Nachbar jetzt „Chevrolets“ züchtet?) kommen, wird’s besonders gut. Nur leider auch ein bisschen teuer – aber man sollte sowieso nicht jeden Tag Fleisch essen und so kann man’s ja am Tag danach mit Pasta oder einem schönen Gemüseauflauf wieder einsparen.

Übrigens gibt’s bei uns zur Rindsroulade entweder internationale Spätzle (das Rezept ist von meiner Frau Mama, die eine echte Schwäbin war. Geschabt wird aber im Hause Moppelmax vom Professor – ergo sind’s internationale Spätzle) oder Knödel, wobei ich besonders Serviettenknödel (das Rezept liefere ich, sobald ich es wieder finde) mag.

 

Rindsrouladen

(für vier Personen)

 

4 Rindsrouladen

4 Scheiben grüner Speck oder Schwarzwälder Schinken oder sonst irgendein Rauchfleisch (wer das verwendet, sollte allerdings am Salz sparen)

1 große Gewürzgurke

2-3 EL mittelscharfer Senf

1 große Zwiebel

1 große Karotte

2 Knoblauchzehen

¼ Sellerieknolle

1 kleiner Lauch

glatte Petersilie (es geht natürlich auch gekrauste, aber die glatte hat mehr Geschmack)

2 – 3 Rosmarinzweige (wenn man hat. Wenn nicht, geht’s natürlich auch ohne)

Salz, Pfeffer aus der Mühle, Rosmarin gemahlen

½ Becher Creme Fraiche

200 ml Rotwein

Butterschmalz zum Anbraten

Etwas Stärkemehl zum Binden der Sauce

 

Backofen auf 120° C vorheizen.

Zwiebel schälen, Karotte schaben, zusammen mit dem Lauch, der Sellerieknolle und der Petersilie in Stücke schneiden (dabei muss man übrigens keine Kunstwerke in Sachen „kleinschneiden“ vollbringen). Knoblauchzehen schälen, zerdrücken, Rosmarin abzupfen. Den ganzen Segen bei Seite stellen.

Gewürzgurke in vier Längsstreifen schneiden. Jetzt werden die Rindsrouladen auf der Innenseite gesalzen und gepfeffert, anschließend werden sie mit Senf bestrichen. Je ein Viertel Gurke drauf und einrollen. Zum Befestigen verwende ich meist Rouladennadeln, man kann natürlich aber auch einen ungefärbten Baumwollzwirn einsetzen. Das macht dann nachher das Anbraten leichter.

Rouladen innen pfeffern, salzen und mit etwas gemahlenem Rosmarin bestreuen.

Fett in der Pfanne heiß werden lassen, die Rouladen kurz von allen Seiten scharf anbraten. Rouladen aus der Pfanne, Gemüse rein, kurz anrösten lassen, dann mit dem Wein ablöschen.

Jetzt kommen die Rouladen wieder in die Pfanne und die kommt bei 120° C in den vorgeheizten Ofen. Je nach Größe der Rouladen dürfen sie dann zwischen 90 und 120 Minuten schmorren, wobei man dabei öfter mal schauen sollte. Wenn der Wein eingekocht ist, einfach wieder etwas Wasser aufgießen.

Wenn die Rouladen gar sind, kommt die Pfanne aus dem Ofen. Die Rouladen werden herausgenommen, das Gemüse durch ein Sieb abgeseit. Der Bratensaft schließlich wird – wenn man es mag – mit etwas Stärke gebunden. Zum Schluss kommt Creme Fraiche dazu – schön löffelchenweise einrühren. Rouladen wieder rein und servieren.

Guten Appetit!

Die Lieblingsrezepte der funny family: Tartar

30. April 2012

Ja, wir sind bekennende Fleischesser. Und schlimmer noch: Wir mögen’s (zumindest manchmal) roh. Beim Professor muss das Roastbeef bluten und wenn er auf einer Speisekarte Carpaccio entdeckt, leuchten seine Augen. Bei mir ist es eher Tartar – und dabei überkommen mich immer Kindheitserinnerungen: Wenn meine Mutter meinem Vater etwas richtig Gutes tun wollen, kaufte sie 150 g frisches Rinderhack und verarbeitete es zu Tartar. Das gab’s dann auf Toast – und er war selig. Ich dagegen stand mit großen Kulleraugen daneben und wünschte mir, endlich erwachsen zu werden, damit ich auch so was Gutes essen kann. Mutter hatte nämlich – völlig zu Recht, da rohes Fleisch für Kinder nicht empfehlenswert ist – Tartar als „nur für Erwachsene“ deklariert.

Das Wichtigste am Tartar ist natürlich das Fleisch – und da schlackere ich immer mit den Ohren, wenn ich in irgendwelchen Rezepten etwas von „Rinderfilet“ lese. Nein, bitte nicht! Mein Metzger – und der Mann versteht was von seinem Handwerk – hat mir einmal erklärt, dass Rinderfilet gar nicht gehe. Rinderfilet lasse man nämlich, damit es zart wird, abhängen. Beim Tartar, das ja fein durchgedreht wird, ist das „zart“ kein Thema. Dafür aber würde ein abgehangenes Stück beim Durchdrehen schwarz – ergo: Tartar wird aus frischem Rindfleisch gemacht. Und das sollte man wirklich beim Metzger des Vertrauens am Stück kaufen, angucken, dann durchdrehen lassen und bitte auf jeden Fall noch am selben Tag verarbeiten. Wenn man aus irgendeinem Grund nicht dazu kommen sollte, geht es nicht mehr. Dann muss man das Gehackte am nächsten Tag anbraten.

Außerdem empfiehlt es sich, für das Tartar das Fleisch eines wirklich gut aufgezogenen Rindes zu verwenden. Wir hatten Fleisch vom Hohenloher Rind – und danach wussten wir mal wieder, warum selbst in Paris „Boeuf Hohenlohe“ als Spezialität gilt.

Damit jetzt aber endgültig zum Rezept:

 

Für zwei Personen:

300 – 400 g durchgedrehtes Rindfleisch

1 frisches Ei

3,4 Schalotten oder frische Frühlingszwiebel

Frischen Schnittlauch

Frischen Rosmarin (kann auch durch gemahlenen ersetzt werden)

2 EL Kapern

2 EL Sardellen

3 EL Traubenkernöl

Salz, Pfeffer aus der Mühle

1 Schuss Worcestershiresauce

1 Schuss Kognak

Die Schalotten, der Schnittlauch, der Rosmarin, die Kapern und Sardellen werden sehr fein geschnitten und dann zusammen mit dem Ei, dem Salz, dem Pfeffer, der Worcestershire-Sauce und dem Kognak gründlich mit dem Fleisch vermischt. Dazu reicht man warme Toastscheiben.

Wer’s schärfer mag, darf gerne mit etwas Tabasco-Sauce oder – das ist dann für die ganz scharfen – etwas Chili nachhelfen.

Und in der Schweiz habe ich am Wochenende eine Variante gegessen, die ich auch sehr interessant fand: Tartar mediterran. Da waren offenkundig zwei Löffel Tomatenmark und dazu gehackte, grüne Oliven mitverarbeitet worden. Hat auch sehr gut geschmeckt.

 

Fibromyalgie

26. April 2012

Das Kind hat einen Namen: Fibromyalgie.

 

Letztes Jahr um diese Zeit knabberte ich an den Auswirkungen meiner perniziösen Anämie und war überzeugt: Es war mir noch nie so mies gegangen. Da wusste ich noch nicht, was diesen Winter auf mich zu kommen würde.

 

Ich kann mich gar nicht mehr erinnern, wie weit das, was ich immer „Rheuma“ genannt habe, zurück reicht. Ich weiß auf jeden Fall, dass ich 1985 schon daran gewöhnt war, dass hin und wieder ein Gelenk heiß wurde, angeschwollen ist, 24 Stunden richtig fies weh tat und sich dann wieder beruhigte. Ich diagnostizierte das selbst als „Rheuma“ (wohl wissend, dass Rheuma ganz verschiedene Formen annimmt, daher dachte ich „Passt schon!“) und buchte es unter „Kann man eh nix machen, muss man eben damit leben!“

 

Auf die Idee, damit zum Arzt zu gehen, wäre ich nicht gekommen. Zum einen gehe ich sowieso nicht so schrecklich gerne zum Arzt, zum anderen bin ich so erzogen, dass man dem Doktor „nicht wegen jedem Wehwehchen die Zeit stiehlt“ – und ja, hier höre ich meine Mutter, die da wohl Kern des Problems ist.

 

Ich habe sie sehr geliebt, sie fehlt mir unendlich und ich wäre die letzte, die sie „schlecht machen“ wollte. Doch in den letzten Tagen ist mir sehr bewusst geworden, dass ihre Prägung auf mich ziemlich verheerend gewirkt hat. Dabei konnte sie wahrscheinlich nichts dafür. Sie war die älteste von acht Geschwistern, in schweren Zeiten geboren und von einer Mutter, die sich schwer damit tat, Gefühle zu zeigen, wohl schon sehr früh sehr überfordert. Meine Mutter musste schon in früher Kindheit Verantwortung für ihre jüngeren Geschwister übernehmen und im Haushalt helfen – und ich bin sicher, dass ihr Standardsatz „Stell dich nicht so an!“, den ich so zu hassen gelernt habe, einer war, den sie selbst sehr oft zu hören bekommen hat.

 

Meine Mutter musste ihr Leben lang „funktionieren“ und auf ihr Befinden hat dabei niemand je Rücksicht genommen. dazu hat sie wohl sehr früh schon gelernt, ihren Körper nicht zu mögen. Als junges Mädchen war sie schon etwas pummelig und dazu mit fünf sehr hübschen, schlanken, jüngeren Schwestern geschlagen, die ihr schon 14jährig einredeten, dass sie, die ja obendrauf schüchtern und immer weit über ihr Alter hinaus ernst war, nie einen Mann abbekommen würde.

 

19jährig heiratete sie dann meinen 17 Jahre älteren Vater – und war ein Leben lang überzeugt, dass er sie „trotz“ ihres Übergewichts genommen hatte und dass sie ihm ob dieser „Großzügigkeit“ dankbar und eine besonders liebevolle, treusorgende Ehefrau sein müsste. Mein Vater, der Meistermanipulator, hatte auch kein Interesse daran, dass irgendwie aufzuheben – ganz im Gegenteil. Ich erinnere mich aus jungen Jahren, dass er immer mal wieder seine schönen Schwägerinnen lobte und auch mal darauf herumritt, was die alle für „tolle Figuren“ hatten.

 

Dazu sagte eine kluge Freundin die Tage zu mir: „Eine Familie verträgt nur einen Kranken.“ In unserer Familie war klar, wer das ist: Mein Vater. Er zelebrierte jede Erkrankung und wurde von Mutter darin unterstützt. Wenn er flach lag, kochte sie Krankensüppchen, machte Wadenwickel, hielt Händchen und bemitleidete.

 

Wenn mein Bruder oder ich krank waren – vielleicht täuscht mich mein Gedächtnis, aber mir fällt in dem Zusammenhang immer zuerst ein „Stell dich nicht an!“ ein. Natürlich hat Mutter sich gekümmert. Ich erinnere mich durchaus, wie sie mich damals, als ich 14 war, mit den Bauchschmerzen ins Bett steckte und wie sie am Montagmorgen, als es mir nach einem ziemlich miesen Wochenende immer noch nicht besser ging, mit mir zum Arzt fuhr. Und sie hat mich auch ins Krankenhaus eingeliefert und war nach der Blinddarm-Operation da. Sie hat mich jeden Tag im Krankenhaus besucht, sie hat mich mit frischer Wäsche und Büchern und Obst versorgt. Und doch … im Hintergrund war immer das „Stell dich nicht an!“ und das  alles, was ich habe, nicht „so tragisch“ ist.

 

Dazu kam, dass Mutter nach dem Prinzip „Gnadenlos gegen sich selbst und brutal gegen andere“ lebte. Sie fand mich „wehleidig“ und schimpfte darüber, dass ich dauernd am Jammern sei, sie gestattete sich selbst nicht, von irgendwelchen Schmerzen eingeschränkt zu werden und gestand es auch mir nicht zu. Ich sehe noch vor mir, wie sie – obwohl sie immer wieder unter Hexenschuss litt und schließlich sogar unter einer Spinalsthenose – auf Knien ihren Boden putzte oder stundenlang im Garten rumbuddelte. Und wenn ich dann sagte: „Mensch, das ist bestimmt nicht gut für dein Kreuz!“ kam ein ziemlich aggressives „Es muss aber sein!“

 

Dazu war sie immer bereit, jegliche Krankheitserscheinung auf ihr Übergewicht zu schieben. Sie hatte Kreuzschmerzen, weil sie zu dick war – und dass sie zu dick war, lag ja nur daran, dass sie so „undiszipliniert“ war und immer zu viel gegessen hat. Das stimmt zwar überhaupt nicht, aber nicht einmal unser Hausarzt konnte sie von der lebenslangen Überzeugung, dass sie „selbst  schuld“ ist, runterbringen. Ich glaube, es war für sie ganz schlimm, dass ich schließlich auch übergewichtig war – und sie übertrug ihre Scham und ihren Frust darüber auf mich. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich in den letzten 15 Jahren je etwas „nettes“ über mein Äußeres von ihr gehört habe, denn sie sah immer nur, dass ich zu dick bin. Und wenn mir irgendetwas weh tat – meine Mutter hat’s mit Sicherheit geschafft, auch meine Erkrankungen mit meinem Übergewicht in Verbindung zu bringen. Bluthochdruck? Klar – ich bin zu dick. Diabetes? Ja, weiß doch jeder, dass das vom Übergewicht kommt (mein Doc sieht’s anders: Er meint, dass die Veranlagung, die mir die Diabetes beschert hat, eben auch für das Übergewicht verantwortlich ist). Gehirnerschütterung nach Sturz vom Pferd? Wenn ich nicht so dick und folglich „unbeweglich“ wäre, wäre ich nicht vom Pferd gefallen, ergo war an der Gehirnerschütterung auch das Übergewicht schuld.

 

Gestern nun die Diagnose „Fibromyalgie“ – und auf der Heimfahrt vom Arzt der Gedanke, dass meine Schwägerin auch schon seit Jahren darunter leidet. Nun ist aber meine Schwägerin eher untergewichtig. Und so dachte ich: „Tja, Mütterchen – in dem Fall könntest nicht mal du sagen: ‚Wenn du nicht so dick wärest …“

 

Die Fibromyalgie wäre vielleicht sogar in ihren Augen eine Krankheit gewesen, die ich nicht selbst „verschuldet“ habe … aber es hätte mich nicht davor gerettet, dass auch sie mit dem „Stell dich nicht so an!“ klassifiziert worden wäre.

 

Wundert es jemanden, dass es mir schwer fällt, krank zu sein und dass ich dazu neige, mich zu überfordern? Diesen Winter war’s extrem. Aus dem „bisschen Rheuma“, mit dem ich jahrzehntelang ohne größere Probleme gelebt habe, wurde plötzlich „ganz viel Rheuma“. Montags ziepte es im Grundgelenk des linken Zeigefingers, Dienstags war es richtig entzündet und tat gemein weh, Mittwochs beruhigte er sich wieder, dafür fing’s dann am Donnerstag im linken Handgelenk los, kochte hoch, beruhigte sich am Samstag wieder, aber dafür kam am Sonntag der rechte Ellbogen und am Mittwoch wieder die linke Hand. Ich hatte kaum einmal einen Tag, an dem gar nichts war – und die Schübe wurden immer schlimmer. Vor ungefähr vier Wochen war dann mal der rechte Oberschenkel dran – und der schmerzte drei Tage lang und es war so schlimm, dass ich zwei Tage lang am Stock ging. Der Höhepunkt war dann das linke Knie vor zwei Wochen. Ich hatte mich zu einem Mittagsschlaf hingelegt – da ziepte es ein bisschen im Knie. Zwei Stunden später wachte ich auf, weil das Knie weh tat. Es war geschwollen und sehr heiß und als ich aufstand, wurde mir beim Auftreten auf das Knie schon fast schlecht. Und dann ging’s rasant – innerhalb der nächsten Stunde war mir vor Schmerz übel und mein Liebster bat den befreundeten Nachbarn, Neonatologe Jo, mal drauf zu gucken. Dem gefiel mein Knie überhaupt nicht und er schickte uns ins Klinikum nach Oxford. Als ich dort aus dem Auto steigen musste, habe ich mir überlegt, ob sich der Inhalt meines Magens besser vom Grünstreifen oder vom Beton neben dem Auto entfernen lässt. Und so wenig ich Spritzen mag – für die 1000 mg Ibuprofen, die der Orthophäde in der Notfallpraxis dann verpasst hat, hätte ich ihn am liebsten geküsst.

 

Bis ungefähr Februar hatte ich die dauernden „Rheuma“-Schübe noch unter „Wird wohl auch wieder vergehen“ verbucht. Dann war ich zum Routinecheck bei meinem Doc. Der schaute auf meine nach einem Schub immer noch leicht geschwollene Hand, wollte wissen, was das sei und fand meine Erklärung „Och, das ist mein altes Rheuma, damit habe ich seit Jahren zu tun – ist nicht so tragisch!“ nicht befriedigend. „Damit müssen Sie zum Rheumatologen.“ Ich hatte überhaupt keine Lust auf noch einen Arzt und vielleicht mal wieder die bei fremden Ärzten übliche „Sie müssen erst mal abspecken“ Nummer.

 

Aber nach der Nummer mit dem Knie habe ich dann einen Rheumatologen angerufen – und für 18. Juni einen Termin bekommen. Früher ging nicht, auch nicht, als ich sagte, dass ich akut richtig bös‘ Probleme habe.

 

Doch vorletzte Woche tat sich dann etwas: Freundin Claudia erzählte mir, dass ihr Rheuma durch Dopaminagonisten getriggert werde. Mir fiel darauf ein, dass man mir letztes Jahr im Krankenhaus zur Behandlung meines Restless Legs Syndrome einen Dopaminagonisten verschrieben hat und dass ich den brav genommen hat. Also habe ich den abgesetzt – und siehe, siehe, ich erlebte zwei schubfreie Tage.

 

Am Wochenende allerdings ging’s wieder los. Claudia war zu Besuch und wir wollten mein neues Auto richtig ausführen: Das Haupt- und Landgestüt Marbach stand auf dem Plan. Doch da war eine Entzündung in meinem linken Arm, die sich innerhalb von Stunden von „nicht angenehm, aber erträglich“ zu „tut wirklich fies weh“ entwickelte. Gleichzeitig entstand auf meinem Arm eine knallheiße Schwellung. Um die Mittagszeit herum konnte ich nicht mehr fahren und gegen drei war ich dann so weit, dass ich bei jeder Bodenwelle, über die Claudia mein in der Tat hart gefedertes Auto fuhr, am liebsten in Tränen ausgebrochen wäre. Ich hatte das Gefühl, dass die Entzündung in meinem Arm beim nächsten Schlagloch – und auf den Landstraßen auf der Schwäbischen Alb gibt es elend viele davon – explodiert und ich mich in Schmerz auflöse.

 

Am Sonntagmorgen – ich war sehr müde und geschafft nach einer Nacht, in der ich wegen des Arms kaum geschlafen hatte – bekam ich dann das heulende Elend. Der ganze Jammer des letzten halben Jahrs, dauernde Schmerzen, dauernde Einschränkung (ich bin inzwischen sehr gut darin, einhändig Kaffee zu kochen, Flaschen zu öffnen und mich an- und auszuziehen), schlaflose Nächte, dazu inzwischen böse Magenschmerzen (ich hatte immer die Wahl: Werfe ich ein Ibuprofen auf die Entzündung und stelle sie damit ab und handle mir damit Magenschmerzen ein oder stehe ich die Entzündung durch und schone meinen Magen?) – es war zu viel.

 

Claudia, die Kluge, Liebe, tröstete – und überlegte. Sie ist Wildtierärztin, sie ist daran gewöhnt, ihre Patienten beobachten zu müssen und sich etwas zu denken. Und sie hat auch mich einige Zeit beobachtet und fand: „Irgendwie kommt mir das komisch vor. Es kann doch fast nicht sein, dass du unabhängig voneinander fünf, sechs chronische Krankheiten hast. Ich glaube, da steckt was systemisches dahinter – eine Grunderkrankung, die den größten Teil der Beschwerden verursacht.“

 

Wir überlegten und kamen von den Zoonosen – Brucelliose, Borreliose, Hanta-Virus – bis hin zu irgendwas, was im Blut fehlen könnte. Auf jeden Fall war das Ergebnis der Überlegungen, dass ich am Montagmorgen zum Arzt gehe, Blut nehmen lassen und dass da mal einiges untersucht wird.

 

Montagmorgen, 9:00 h: Die Praxis war voll, der Terminkalender auch, vor mir wurde eine Patientin gebeten, doch am Nachmittag wieder zu kommen. Ich bestand darauf, dass ich den Doc wirklich brauche – jetzt, heute.

 

Er nahm sich dann auch Zeit, ich erzählte ihm von meinem Gespräch mit Claudia, worauf er mir einen Termin beim Rheumatologen gemacht hat. Die Rheumatologen seien normalerweise auch ganz gute Immunologen und vor allem auch darauf eingestellt, auf Zoonosen (Borreliose ist für die ja oft ein Thema) zu untersuchen.

 

Gestern Morgen dann der Rheumatologe und ganz schnell: Fibromyalgie. Freundin Dörthe, die Kinderärztin, hatte das schon vor Wochen mal vermutet. Damit wird die Liste an chronischen Krankheiten, die ich bisher immer so mühsam aufgezählt habe, deutlich kürzer: Reizdarm, Reizmagen, Depression, Rheuma, Restless Legs Syndrome – entfällt in Zukunft alles, weil ja alles in der Fibromyalgie enthalten ist. Bleibt also für die Zukunft Bluthochdruck, Diabetes, Fibromyalgie.

 

Aus der resultiert, dass ich den Stresspegel in meinem Leben reduzieren muss – und der erste Schritt dazu ist die Anerkennung, dass ich eine schwere, chronische Krankheit habe und darum nicht immer „funktionieren“ kann. Ich werde mir in Zukunft nicht nur die Ruhe gönnen, die mein Körper verlangt, sondern hoffentlich auch aufhören, jedes Mal ein schlechtes Gewissen zu haben und zu denken: „Du gammelst wieder nur rum. Lass dich nicht so hängen, stell dich nicht so an, sei nicht so wehleidig.“

 

So – und damit genug gejammert für heute. Aber ich habe gestern gelesen, dass zur Fibromyalgie oft auch eine Psychotherapie gehöre und dass man da „therapeutisches Schreiben“ empfehle. Das habe ich hiermit getan. 😉

Verliebt, verlobt und wertgeschätzt

16. April 2012

Lesen bildet – und so habe ich heute Morgen diesbezüglich schon das meine getan und mich in die Online-Ausgabe der „Bunte“ vertieft. Dort wurde ich nämlich heute über die „fünf Geheimnisse“ von Angelina Jolies Verlobungsring aufgeklärt ( http://www.bunte.de/stars/angelina-jolie-fuenf-geheimnisse-ueber-ihren-verlobungsring_aid_31594.html). Nun muss ich gestehen, dass es mich nicht unbedingt bewegt hat, welcher Nobel-Juwelier den Ring zusammen gebastelt hat, aber dafür habe ich was anderes erfahren: „In Sachen Verlobung gibt es bei Frauen bekanntlich immer nur ein Thema – der Ring.“

Abgesehen von der schrägen Grammatik dieses Satzes: Ich habe ja in meiner Naivität früher immer angenommen, dass für eine Frau der Bräutigam oder vielleicht die Beziehung das wichtigste an der Verlobung sind, aber diesbezüglich wurde ich schon vor einigen Jahren von einer amerikanischen Freundin eines Besseren belehrt.

Bei einem Strandspaziergang zeigte sie mir stolz ihren Verlobungsring – und das war in der Tat ein sehenswerter Klunker: Innen ein nicht eben kleiner Brilli, drum rum ein paar Saphirsplitter, das Ganze in Weißgold gefasst und durchaus hübsch. Doch ich wusste aus früheren Erzählungen jener Freundin, dass sowohl sie wie auch ihr Ehemann bei der Verlobung noch Studenten waren. Er wohnte noch bei seinen Eltern, sie in einem Einzimmer-Appartement. Demgemäß äußerte ich die Vermutung, dass es sich bei dem Klunker um ein Erbstück aus der Familie des Bräutigams handle, worauf mich B. aus großen, fast etwas empörten Kulleraugen anschaute und erklärte, dass dem selbstverständlich nicht so sei. Ihr Herr habe den Ring natürlich bei einem Juwelier speziell für sie gekauft.

Ich schluckte, denn obwohl ich nicht viel von Schmuck verstehe, war mir doch klar, dass  dieser Ring eine Kleinigkeit gekostet hatte. Der Preis wurde mir dann auch ohne Nachfrage geliefert: $ 6000 habe sich der Bräutigam diesen Ring kosten lassen. Natürlich habe der Studiosus damals das Geld nicht bar gehabt, also habe er einen Kredit aufgenommen. Das sei ja so üblich …

An der Stelle fiel B. dann wohl auch, dass mir die Kinnlade sehr weit heruntergeklappt war (ich fürchtete schon, nachher Schleifspuren vom Sand daran zu haben) und sie wollte wissen, was mich denn so irritiere. „Äh, also, wenn ich heiraten und eine gemeinsame Wohnung einrichten wollte, würde ich meinen Bräutigam was husten, wenn er einen Kredit über 6000 Dollar für einen Ring aufnimmt. Ich meine, da wären doch vorher ein paar andere Anschaffungen wichtig gewesen, oder?“

B. sah das absolut nicht so – und klärte mich im Folgenden darüber auf, dass dieser Ring ja ein Beleg für die Wertschätzung sei, die ihr der künftige Ehemann entgegen gebracht habe. Und wie sie denn vor ihrer Familie und ihren Freundinnen da gestanden wäre, wenn er ihr irgendein Billigteil geschenkt habe? Die hätten dann ja alle geglaubt, dass ihr Bräutigam sie nicht schätze!

Ich dachte an der Stelle, dass die gute B. wohl etwas sehr materialistisch eingestellt ist. Doch in den nächsten Jahren lernte ich, dass sie mit der Einstellung unter Amerikanerinnen nicht alleine ist. Wann immer eine Amerikanerin von „Verlobung“ erzählte, war der Ring das große Thema – und mehr noch: Als ein englischer Freund von mir auf die Idee kam, seiner amerikanischen Freundin einen Antrag zu machen und ihr dazu den Ring seiner Großmutter – das einzige Familienerbstück, das er besitzt und das ihm, weil er die Großmutter sehr geliebt hat, sehr wichtig ist – überreichen wollte, wurde er nämlich von ihr darüber aufgeklärt, dass das ja gar nicht gehe. Wie sie denn mit diesem Ring vor ihre Familie beziehungsweise ihre Freundinnen treten sollte? Die würden doch – siehe oben. Und weil die Dame in der fünfjährigen Beziehung mit dem Briten wohl schon gelernt hatte, dass sie ihm manche Dinge ganz deutlich klar machen muss, bekam er dann auch noch erklärt, dass der Verlobungsring als Ausdruck seiner Wertschätzung seinem Einkommen zu entsprechen habe. Sprich: Die Anschaffung muss „weh tun“, denn nur so wird deutlich, dass die Braut dem Bräutigam wirklich etwas wert ist.

Gleichberechtigung spielt da offenkundig keine Rolle, denn ein amerikanischer Bräutigam bekommt bei der Verlobung keinen Ring. Er ist offenkundig dadurch, dass die Dame seinen Ring annimmt, genug belohnt.

Für mich ist das ein klarer Fall von „Andere Länder, andere Sitten“. Oder bin ich vielleicht neidisch? Ich lag dereinst in einem Krankenhausbett, als mir der Professor seinen Antrag gemacht hat. Und da er die letzten Stunden damit verbracht hatte, mein schweißfeuchten Patschhändchen zu halten und sich darum zu ängstigen, wie der Sturz vom Pferd sich wohl auf meinen angedatschten Kopf ausgewirkt hatte, war er nicht dazu gekommen, einen Ring zu kaufen. Als ich dann aus dem Krankenhaus entlassen war, haben wir gemeinsam unsere Eheringe gekauft. Einen Verlobungsring habe ich nie bekommen – und auch nie vermisst, weil ich sowieso keinen Schmuck trage (mein Ehering liegt in der Schatulle in meinem Bücherregal. Und seiner hängt an einer Goldkette um seinen Hals).

Weil ich mich aber nicht für das Maß aller Dinge halte, gönne ich anderen die Freude an ihrem Verlobungsring (und bewahre den meiner Mutter, an dem sie sehr gehangen hat, im Kästchen neben meinem Ehering auf). Was mich aber an der Geschichte in der „Bunten“ mopst, ist der Versuch, die für mich „uramerikanische“ Sitte, einen superwertvollen Ring zur Verlobung zu verschenken, zur internationalen Normalität erklären zu wollen. Ich hoffe nämlich für Angelina Jolie und Brad Pitt, dass für sie die Beziehung und der Mann, der ja jetzt schon Vater ihrer sechs Kinder ist, wichtiger sind als dieser Ring. Der ist eine Äußerlichkeit – im Fall Jolie/Pitt sicher eine materiell wertvolle und auch schöne. Aber ihn zum zentralen Punkt machen zu wollen, bezeugt meiner Ansicht nach eine sehr seltsame Einstellung zur Verlobung und zur Ehe.

Die Lieblingsrezepte der Funny Family: Schwäbischer Kartoffelsalat

2. April 2012

Der Professor wünscht sich zum Mittagessen Fleischküchle und Kartoffelsalat, also habe ich eben Kartoffel in den Dämpfer gepackt. Bis sie so weit sind, kann ich ja das Rezept dafür aufschreiben:

 

Schwäbischer Kartoffelsalat

(für vier Personen)

1 kg festkochende Kartoffeln

1 große oder zwei kleine Zwiebeln

200 ml (heiße) Fleisch- oder Gemüsebrühe

2 – 3 EL Senf

Essig und Öl (meine Mutter hat Sonnenblumenöl genommen, ich verwende gerne Sonnenblumenöl und einen Löffel Kürbiskernöl)

Pfeffer und Salz, Zucker

Kartoffeln in der Schale weich kochen, unterdessen Zwiebel schälen, fein würfeln und in die große Schüssel geben. Mit der heißen Brühe so übergießen, dass sie bedeckt sind. Kartoffeln noch heiß pellen und in feine Scheiben schneiden, über die Zwiebel geben. Mit dem Öl, Essig und dem Senf eine Vinaigrette anrühren, mit Pfeffer und Salz rezent würzen, eine kleine Prise Zucker dazu (rundet den Geschmack ab. Und Achtung, die Kartoffeln schlucken einiges an Gewürz, also richtig ran!). Das Ganze über die Kartoffeln gießen, durcheinander mengen (dabei aber aufpassen, dass aus den Kartoffelscheiben kein Matsch wird).

Ein schwäbischer Kartoffelsalat soll „schlonzen“, also recht feucht ausfallen – weswegen man ihn am besten eine Viertel- bis halbe Stunde ziehen lässt. Wenn er danach trocken wirkt, einfach Fleischbrühe oder etwas Öl nachgießen und neu untereinander mengen.

 

Meine Mutter liebte ihren Kartoffelsalat auf einem Bett von Endivien oder Frisee, wir mögen ihn lieber mit Feldsalat, den ich auf dem fertigen Salat büschelweise an den Rand setze. Und schließlich gibt’s noch die Variante mit Gurkenscheiben, die auch sehr gut schmeckt.

 

Zum Kartoffelsalat gibt’s bei uns entweder panierte Schnitzel oder Fleischküchle. Und wenn dann ein Rest übrig bleibt, wird der zum Abendessen mit ein, zwei Spiegeleiern darüber serviert.